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Sendetermine Der Moderator Die neue Folge Impressum
Melodien der Berge:
Für alpenländische Musik sorgen u.a.

Marc Pircher, Die Hoameligen, Original 4 Tiroler Buam, Kreuzjochduo,
Tauernecho, Saina Hauser Viergesang, Musikkapelle Oberndorf,
Sigrid und Marina, Alpenbrass und Casanova


Moderator Michael Harles
diesmal ganz zünftig in maß-
geschneiderter Lederhos'n.
Die Region der Kitzbüheler Alpen mit St. Johann als
Mittelpunkt gilt als eine der schönsten Gegenden Tirols.
Beherrscht wird diese Landschaft vom mächtigen,
zerklüfteten Gebirgsstock des „Wilden Kaiser“ – sagen-
umwoben und mythenumrankt. »Melodien der Berge«
besucht eine Einsiedelei mitten im Bergwald, zeigt, wie
eine Lederhose maßgeschneidert wird und lässt sich auf
der Angerer Alm von einer der besten Köchinnen und
Sommeliéren Tirols verwöhnen. Ein faszinierendes Schau-
spiel ist auch die Sonnenwendfeier mit ihren unzähligen
Feuern auf den Spitzen der Berge ...

< Die Hoameligen, 3 bildhübsche Tiroler Musiklehrerinnen
(Barbara,26, Claudia,25 und Karoline,21) alle am Konser-
vatorium ausgebildet, zeigen, was man aus Geige, Harfe
und »Steirischer« musikalisch alles »herausholen« kann.
Die älteste Hütte am Kitzbüheler Horn ist die Angerer Alm auf 1300 Metern Höhe.
Einst höchstgelegener Bauernhof der Region, ist das Haus heute ein Gourmettempel,
Annemarie Foidl übernahm das Haus mit 21 Jahren und machte aus der „Hüttn“ einen
kulinarischen Anlaufpunkt ersten Ranges. Im Keller der Diplom-Sommeliére und leiden-
schaftlichen Köchin lagern zum Beispiel mehr als 6000 Flaschen Wein von über 400 Wein-
gütern aus aller Welt. Unter anderem ein bei Sotheby’s in London ersteigerter Zarenwein
Annemarie Foidl und Tochter Katharina
Interview mit Annemarie Foidl
Sie haben auf der Höheren Bundeslehranstalt Ihr Abitur gemacht
und sind sofort danach mit 21 Jahren 1989 als jüngste Hütten-
wirtin Österreichs ins Gaststättengewerbe eingestiegen. Warum?

Annemarie Foidl: Ganz so war’s auch nicht. Ich habe beim
Stanglwirt in Going, einem der besten Häuser Tirols, gelernt.
Durch einen der fähigsten Sommeliérs überhaupt bin ich dort
zum Wein gekommen. Außerdem habe ich bei einem Konditor
praktiziert und die Konzessionsprüfung abgelegt. Meine Eltern
kauften dann die Angerer Alm 1989 und ich habe sie über-
nommen. Das zum beruflichen Lebenslauf im Telegramm-Stil.

Sie sind Diplom-Sommeliére und Köchin mit hauben- oder
sterneverdächtiger Küche. Als Weinkennerin genießen Sie mit
ihren 38 Jahren einen exzellenten, fast schon legendären Ruf.
Was bedeutet Ihnen mehr?

Annemarie Foidl: Ich bin bis 2000 selbst in der Küche gestanden.
Habe für meine Gäste vier- bis fünfgängige Menus kreiert und
gekocht. Und bin jeden Abend im Dreieck gesprungen: Küche,
Weinkeller, Gäste. Jetzt aber habe ich eine grandiose Mann-
schaft und kann mich um die Weine kümmern. Außerdem ent-
lastet mich zwischenzeitlich meine 18jährige Tochter Katharina.

Ihr Weinkeller auf einer Alm ist eine Sensation. Mehr als 6000
Flaschen von 400 Weingütern aus aller Welt lagern dort. Unter
anderem ein Madeira aus dem Jahre 1795 und Zarenwein, den
Sie bei Sotheby’s in London ersteigert haben?

Annemarie Foidl: Stimmt. Von dem Madeira gibt es nur noch 60
Flaschen weltweit. Aber der absolute Hit ist der Zarenwein. Das
ist Geschichte pur. Der Zar hatte auf der Krim einen palastähn-
lichen Keller hingestellt, der drei Stockwerke tief in die Erde
reichte. 50 000 Flaschen wurden jährlich produziert. Von höch-
ster Qualität, alle handverkorkt. Dann kam die Revolution. Die
Weine wurden vor den Revolutionären eingemauert. Als im
zweiten Weltkrieg die Deutschen einmarschierten, begann
erneut eine Odyssee der Weine. Erst nach Ende des Krieges
kamen die Weine zurück auf die Krim. Nachdem die Sowjetunion
1989 zusammenbrach, brauchte das Gut Mitte der Neunziger
Jahre Geld für Modernisierungen und versteigerte bei Sotheby’s
10 000 Flaschen des Zarenweins, der eigentlich nie in den
Westen sollte. Ich habe mitgeboten und statt in den Top-Häu-
sern Europas liegen jetzt einige Weine bei mir auf der Alm, die
bis zu 2000 Euro kostet.

Bei Ihren beruflichen Belastungen, bleibt da eigentlich noch Zeit
für Hobbys?

Annemarie Foidl: Im Winter laufe ich Ski und ich bin eine Lese-
ratte. Außerdem unterhalte ich mich gerne mit interessanten
Leuten. Mein Größtes Hobby aber ist und bleibt der Beruf.
Durch die Weinverkostungen kann ich in alle Welt reisen. Es
ist doch fantastisch, Hobby und Beruf so optimal verbinden zu
können.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Foidl!